Zunächst erfolgte ein 30 bis 45 minütiges telefonisches Vor-Interview mit einer Recruiterin in der deutschen Zentrale, hier wurden ein paar Fragen zur Motivation gestellt und zum Lebenslauf und die Rahmenbedingungen geklärt (Ort der Niederlassung, Gehalt: etwa 32.000€ im Jahr plus Niederlassungsbonus (oder war es Team-Bonus?).
Daraufhin wurde ein persönliches Interview in der entsprechenden Niederlassung vereinbart, dies ging in etwa 1,5 Stunden.
Meine Gesprächspartner waren ein Teamleiter eines Bereichs und eine höhere Führungsperson eines anderen Bereichs (es stand noch nicht fest in welchem Bereich man landen würde). Es wurden die klassischen Bewerbungsgespräch-Fragen gestellt zu mir, Studium, Lebenslauf, Motivation etc. , sowie Fragen zum Wissen über Hays und die Arbeit eines Recruiting Specialist (dort speziell bei einem Personaldienstleister, also welche Vertragstypen gibt es z.B. Direktvermittlung, Arbeitnehmerüberlassung, Projektstellen). Das Gespräch war angenehm und recht locker, wobei die Nettigkeit teils aufgesetzt wirkte, nach typischer "Vertriebsmanier". Es wurde sehr oft betont, dass es sich eben um keinen klassischen Inhouse-Recruiter Job handelt, sondern der Job sehr viel eher ein Vertriebsjob ist. So wie ich das alles verstanden habe, bekommt man eine Art Stellenausschreibung, für die man dann den geeigneten Kandidaten suchen muss in der internen Suchmaschine, sowie auf den üblichen Karriereportalen etc. dann verbringt man die meiste Zeit des Tages am Telefon und versucht die Kandidaten für den entsprechenden Job zu begeistern. Es scheint, als würde es sich um einen sehr stupiden Job handeln, man ist im Prinzip nur Zuarbeiter für die Kundenberater und ist selbst nie in Kontakt mit den Kundenunternehmen. Mir wurde vermittelt, dass man für diesen Job eine ausgeprägte Affinität für den Vertrieb haben sollte und sich durch KPIs motiviert fühlen sollte und auch dadurch jeden Tag das selbe zu tun. Es wurde deutlich, dass viel Engagement nötig ist, um die Vorgaben hinsichtlich Besetzungen zu erfüllen, allerdings gibt es keinen Bonus für Besetzungen.
Es folgte ein weiteres persönliches Gespräch, mit zwei neuen Gesprächspartnern, einer Führungskraft eine Stufe weiter oben und einer Mitarbeiterin. Dieses Gespräch verlief sehr ähnlich wie das vorherige und war auch recht angenehm und dauerte etwa eine Stunde.
Einige Tage später erhielt ich schließlich telefonisch die Absage, mit der Begründung ich hätte zwar einerseits gut gepasst, hinsichtlich Qualifikation, Kommunikationsstärke und Persönlichkeit etc., allerdings schätzen sie mich dann doch zu kreativ ein für diesen Job und ich sollte doch lieber einen Job annehmen, in dem ich konzeptionell arbeiten kann zum Beispiel in einer Personalentwicklung oder im Inhouse-Recruiting, da würde ich glücklicher werden.